Rentenfonds

Eine hochwertige Kapitalanlage

Rentenfonds sind nicht, wie anzunehmen wäre, Finanzprodukte, die den Lebensabend finanzieren, sondern Investmentsfonds, die aus einer Anlage in festverzinsliche Wertpapiere eine regelmäßige Rendite als Einkommen erbringen. Dieses Ziel verfolgen Rentenfonds durch Investition in festverzinsliche Wertpapiere, sogenannte Rentenpapiere, zu denen Bundesanleihen, Industrieanleihen und Pfandbriefe gehören.

Wer sein Kapital in Rentenfonds anlegt, profitiert von regelmäßigen Zinseinnahmen, die entsprechend der Dauer der Restlaufzeit höher ausfallen. Das Interesse an Kursgewinnen steht hierbei erst an zweiter Stelle. Wenn das Zinsniveau sinkt, steigen die Kurse von Anleihen im Fonds. Der Steuervorteil liegt darin, daß kurzfristige Kursgewinne nicht unter die Spekulationssteuer fallen. Stattdessen erhöht sich dann der nicht von der Zinsbesteuerung betroffene Teil des Vermögens. Umgekehrt fallen dagegen die Kurse der Wertpapiere im Portfolio, wenn Zinsen steigen und gleichzeitig der Rücknahmepreis der Fondsanteile sinkt. Für das Gesamtportfolio ist das richtige Verhältnis von Chancen und Risiken ausschlaggebend.

Chancen und Risiken

Mit starken Rentenfonds konnten Anlieger in vergangenen Jahren Wertzuwächse von 4 bis 9 % erzielen. Ursache waren konstant fallende Zinsen, die zu stark steigenden Notierungen der Anleihekurse führten. Den Kursgewinnen bei fallenden Zinsen steht jedoch immer der Wertverlust bei steigenden Zinsen gegenüber. Bei internationalen Rentenfonds kommen abgesehen davon noch Währungsrisiken durch Volatilität hinzu.

Anlagedauer

Das Grundprinzip, in Zeiten hoher Zinsen langfristig anzulegen, gilt grundsätzlich für Rentenfonds. Indikator für die Zinsentwicklung ist das Gebaren der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank: ändert die Notenbank ihren Kurs nach längeren Zinssenkungsphasen in die Gegenrichtung, ist von einer Zinswende auszugehen. Den günstigsten Zeitpunkt für den An- und Verkauf von Fonds kann jedoch nur ein Fondsmanager mit intimer Kenntnis des Marktes korrekt einschätzen. Für Neueinsteiger und Laien empfiehlt es sich immer, bei unabhängigen Beratern fachmännischen Rat einzuholen. Bei allgemeinen Rentenfonds mit gut strukturiertem Portfolio erledigt diese Umschichtungen der Fondsmanager für Sie, dafür bezahlen Sie die Verwaltungsgebühren.

Grundklassifizierung von Rentenfonds

Deutsche Rentenfonds wurden durch die Euro-Rentenfonds abgelöst, die aktiv durch Fondsmanager gemanagt werden, um attraktive, ertragreiche Anlagemöglichkeiten zu nutzen. Im Prinzip handelt es sich bei diesen Rentenfonds immer um internationale Wertpapieranlagen mit Währungsrisiken, da hier auch Anlagen in Entwicklungs- oder Schwellenländern mit rasch wachsenden Märkten getätigt werden. Eine Sonderform stellen die Laufzeitfonds dar. Deutsche Rentenfonds haben als klassische Rentenfonds bis vor einigen Jahren am meisten Einnahmen deutscher Fondsanleger einkassiert. Bei deutschen Rentenfonds wurde das Fondsvermögen in Euro notiert und über Staatspapiere, Firmenanleihen und Pfandbriefe mit differierenden Laufzeiten verteilt. So war es möglich, Währungsrisiken zu minimieren. Den Geschäftsberichten kann der Anleger die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen im Fond entnehmen, um die Chance auf Kursgewinne bzw. die Kursverlustrisiken einzuschätzen.

Alternativen

Als sichere Alternative können Anleger in Zeiten steigender Zinsen Bundesschatzbriefe kaufen, die Schutz vor Kursverlusten durch jährlich steigende Zinsen bieten und gebührenfrei bei Banken geordert werden können. Statistische Erhebungen haben gezeigt, daß langfristig Rentenfonds nicht erheblich mehr Rendite erzielen als Anlageformen, die mehr Sicherheit für den Anlieger bieten wie z. B. Pfandbriefe. In diesem Fall könnte der Anleger sich die Verwaltungsgebühren sparen, nachts besser schlafen mit weniger Aufwand, wenn er bereit ist, auf nicht vorhersehbare, etwaige höhere Renditen freiwillig zu verzichten. Wer Anlagekapital längerfristig, d.h. mehr als fünf Jahre, investieren will, kann am Aktienmarkt weitaus bessere Ergebnisse erzielen und wer kurzfristig, also nur für einige Monate, anlegt, dem ist zu empfehlen, Geldmarktfonds zu kaufen. Geldmarktfonds investieren in Anleihen, die nach einigen Monaten zur Auszahlung fällig werden und unterliegen weniger dem Risiko starker Kursschwankungen. Sie eignen sich für kurzfristige Kapitalanlagen, wenn das Kapital nach ein paar Wochen oder Monaten wieder gebraucht wird, anstatt es ohne jeden Ertrag einfach auf einem renditelosen Bankkonto herumliegen zu lassen. Geldmarktfonds lohnen sich jedoch nur dann, wenn der Anleger sie ohne Ausgabeaufschlag erwirbt, auch ist immer ein Vergleich mit den Bankkonditionen für Tagesgeldkonten angebracht.

Wie bei einem guten Cocktail, muß der Anleger auf jeden Fall wissen, daß ein Fonds nur so gut ist, wie die Qualität seiner Zutatenmischung.