Altersvorsorge

Aktuelle Modelle der privaten Altersvorsorge

1997 sagte der damalige Minister für Arbeit und Soziales den Satz „Die Rente ist sicher“. Zwanzig Jahre später mussten Politiker eingestehen, das die Rente eben doch nicht so sicher ist, wie versprochen. Viele Arbeitnehmer werden nach einem Leben voller Arbeit kaum mehr als eine Grundsicherung im Alter zur Verfügung haben. Umso wichtiger ist es eine private Altervorsorge anzulegen. Doch welche Modelle bietet der Markt um sich fürs Alter privat abzusichern?

Riester-Rente – das ungeliebte Kind der Altersvorsorge.

Wer auf der Suche nach einer private Altervorsorge ist, wird als Erstes auf die Riester-Rente stoßen. Selbst wer nicht aktiv sucht, wir sehr wahrscheinlich bei einem Banktermin die Frage gehört haben, ob man einen Riestervertrag besitzt. Das Grundkonzept der Riester-Rente ist sehr einfach. Man zahlt von seinem jährlichen Einkommen mindestens vier Prozent als Beitrag. Dafür erhält man vom Staat jährlich eine Zulage von 154 Euro (ab 2018: 175 Euro). Dafür erhält man eine garantiere Mindestzulage zur späteren Rente. Riesterverträge können als Banksparplan, als Riester-Bausparplan oder Riester-Fondsparplan abgeschlossen werden. Allerdings sollte man vor dem Abschluss auf die Kosten des Anbieters achten. Nicht selten werden Gebühren in Rechnung gestellt, welche die Zulage fast wieder aufbrauchen. Vor allem für Menschen die lange Zeit ohne Arbeit oder im Niedriglohnsektor beschäftigt waren hat die Riester-Rente einen großen Vorteil. Sie ist das einzige Modell, das nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird.

Aktien und ETFs – mehr Rendite bei höherem Risiko

Die Riester-Rente sichert zwar eine garantierte Auszahlung ab Rentenbeginn, weshalb sie als private Altervorsorge sehr sicher ist. Sie hat jedoch einen großen Nachteil – im Vergleich zu anderen Anlageformen bekommt man nur wenig Zinsen. Möchte man mehr Zinsen erwirtschaften, muss man etwas mehr Risiko eingehen. Entgegen ihrem Ruf sind Aktien eine recht sichere Anlageform, die als Baustein als private Altervorsorge nicht fehlen sollte. Hier stehen jedoch nicht kurzfristige Spekulationen im Vordergrund, sondern langfristige Anlagen über 10, 20, 30 und mehr Jahre. Denn Auswertungen des Kursverlaufes der Aktienmärkte haben ergeben, das sich der Wert der Aktien im Durchschnitt alle 10 Jahre verdoppelt. Durch die Auszahlung von Dividenden verstärkt sich der Vermögenszuwachs durch den Zinsenszins noch zusätzlich. Wer sich nicht mit dem Aktienhandel beschäftigen möchte, kann auf Aktienfonds und ETFs zurückgreifen. Die bessere Wahl sind ETFs, da hier je nach Gewichtung ein gesamter Markt abgebildet wird, dadurch können Gewinne am Markt fast in 1:1 umgesetzt werden. Außerdem sind die laufenden Kosten deutlich geringer als bei einem Aktienfond.

Immobilien – Betongold für die private Altervorsorge

Die dritte Möglichkeit für eine private Altervorsorge sind Immobilien. Gleichzeitig ist es auch die Anlageform, die das höchste Eigenkapital voraussetzt. Ob Mehrfamilienhaus oder Eigentumswohnung – vermietet sorgen sie für regelmäßige und vor allem hohe Einnahmen. Für den Kauf sollte man sich allerdings relativ frühzeitig entscheiden, da man die Immobilien meist über einen langfristigen Kredit erwirbt. Auch ist es ratsam, die Immobilien kurz vor Renteneintritt umfassend zu sanieren. So bleiben einem während des Rentenbezuges größere Kosten erspart. Will oder kann man sich nicht selbst um die Immobilien und Mieter kümmern, kann eine Hausverwaltung diese übernehmen.